Anneliese 23. März 2010
von Gabriele Scharf
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Ich wage es nicht, dies aufzuzeichnen.
Wage es nicht, davon zu erzählen, wie eine Verfasserin des geschriebenen Wortes eines Tages in tiefe Verzweiflung geriet.
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Diese Geschichte ist immer noch so unfassbar, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als sie aufzuschreiben und vielleicht, aber auch nur vielleicht, eines Tages zu veröffentlichen.
Mit dem Hintergrund, dass die Leser dieser Geschichte niemals vergessen sollten, dass Personen sich nur zufällig ähneln und es diese ansonsten auch nur in der Fantasie eines Geistes gibt.
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Örtlichkeiten kann man in einer Geschichte bequem von rechts nach links schieben oder von unten nach oben.
Ich schiebe sie in einen Wörterbuch nach hinten.
Ganz weit nach hinten, zumindest was den Buchstaben A anbelangt.
In ausklingenden Bedeutungswortspielen steht dort auch das Wort Autor/in - irgendwann im Lateinischen erfunden, davon abgeleitet und heute in der Begriffsform existierend.
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Anneliese 27. Februar 2010
von Anneliese Wipperling
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Vorsicht, hier handelt es sich um besonders rutschiges Eis! Die Ansichten von Experten und Autoren driften oft weit auseinander, und professionelle Kritiker beurteilen ein und denselben Text manchmal so unterschiedlich, dass man sich als Ratsuchender regelrecht veräppelt vorkommt.
“Hilfe! Die können doch nicht alle gleichzeitig recht haben?”
Ich gestehe in aller Bescheidenheit, dass ich mich nicht im Stande fühle, diese Problematik auch nur annähernd vollständig abzuhandeln.
Das Einzige, was ich tun kann, ist, jene ehernen Regeln aufzuspüren, denen sich auch der kreativste und unkonventionellste Schreiber nur bei Strafe des Untergangs widersetzt.
Und dann kenne ich noch einige mehr oder weniger offizielle Trampelpfade zu bestimmten praktischen Ergebnissen. Die könnten eventuell auch für andere nützlich sein.
Die reine Wissenschaft überlasse ich jenen Leuten, die Germanistik oder Publizistik von der Pike auf studiert haben. Lustig ist nur, dass die sich auch selten einig sind.
Aber so ist das halt bei den “weicheren” Wissenschaften, die nicht mit Experimenten oder mathematischen Beweisen arbeiten und wo der subjektive Faktor einfach mehr ins Gewicht fällt.
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Anneliese 26. Februar 2010
von Walter Kiesenhofer
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Sprache:
Ob sie tatsächlich den Raum krümmt?
Ob Wörter, in Sätzen zu Sonnen gebrannt,
neue Milchstraßen zeugen,
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Anneliese 26. Februar 2010
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von Walter Kiesenhofer
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Eben entließ man mich aus der Sprachanstalt unserer ehrenwerten Bezirksstadt.
Fünf Monate wurde ich dort festgehalten, weil ich mich standhaft geweigert hatte, auf die Verwendung deutscher Ausdrücke in der Öffentlichkeit zu verzichten.
Nicht dass ich ein notorischer Querkopf wäre - ich konnte einfach nicht mehr anders, als die Befolgung jener neuen Vorschrift zu verweigern, die keine Verwendung meiner Mutter-sprache im öffentlichen Raum mehr duldet.
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