{"id":68,"date":"2017-01-02T11:27:44","date_gmt":"2017-01-02T11:27:44","guid":{"rendered":"http:\/\/regenherz.de\/?page_id=68"},"modified":"2017-01-19T12:51:03","modified_gmt":"2017-01-19T12:51:03","slug":"der-gedankendieb","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/regenherz.de\/?page_id=68","title":{"rendered":"Der Gedankendieb"},"content":{"rendered":"<p><b> (SF-Kurzgeschichte, 2006)<\/b><\/p>\n<p class=\"einzug\">Es soll tats\u00e4chlich Banausen geben, die noch nie was von Carlos Mansilla geh\u00f6rt haben! Ich wei\u00df nicht, wie die das schaffen, denn mich kann man praktisch \u00fcberall und in allen gro\u00dfen Sprachen des Quadranten lesen. Es vergeht keine Woche, wo ich nicht zu Vortr\u00e4gen und Talkshows eingeladen werde. Ich bekam schon dreimal den Pegasusorden erster Klasse, zweimal den Federico Garc\u00eda Lorca-Ehrenpreis, f\u00fcnfmal den intergalaktischen Novastern und einmal sogar einen goldenen Ehrenring vom Planeten Nakkar. Ich bin gut. Diese hoch bezahlten Kritiker k\u00f6nnen sich gar nicht irren!<br \/>\nMir ist egal, was die neidische Literatenfront geifert. Solange das Publikum in Scharen kommt und die M\u00e4dchen &#8230; sogar Kah\u00b4Gelah, eine hoch gelobte junge Poetin vom Planeten Heyla lag mir zu F\u00fc\u00dfen. Sie hat mich geheiratet, obwohl ich mehr als zweimal so alt wie sie bin. Gelly sieht auf ihre spezielle Weise ganz passabel aus und sie ist ziemlich wild im Bett &#8230; aber deshalb habe ich sie nicht genommen. Es ist ausgesprochen n\u00fctzlich, die Konkurrenz im Griff zu haben. Heylaner sind Telepathen, ihre Ehepaare mental auf Gedeih und Verderb verbunden. Ich wei\u00df immer, was meine Frau denkt und f\u00fchlt. Sie wird mich niemals \u00fcbertreffen, denn ihre Ideen, Metaphern und Tr\u00e4ume geh\u00f6ren mir.<br \/>\nWenn ich blo\u00df an die letzte Lesung denke &#8230; oh, ich liebe diese verz\u00fcckt zum Podium gereckten Gesichter, das schmachtende Seufzen der jungen Frauen, verstohlene Tr\u00e4nen bei den Gro\u00dfm\u00fcttern und die steinernen Mienen, hinter denen die M\u00e4nner ihre Ergriffenheit verbergen. Nat\u00fcrlich genie\u00dfe ich hinterher den frenetischen Applaus und das duftende Ruhmesgem\u00fcse aus zarter Hand.<br \/>\nGelly hat, seit wir zusammen sind, nichts mehr ver\u00f6ffentlicht. Sie ist total blockiert, depressiv &#8230; wahrscheinlich von meinem strahlenden Ruhm geblendet. Als ich f\u00fcr mein neuestes Werk endlich den hei\u00df begehrten Kristallobelisken der interplanetaren Dichtergilde erhielt, wurde sie gr\u00fcn vor Eifersucht &#8230; na ja, eigentlich ist sie immer gr\u00fcn aber diesmal war es besonders schlimm. Drei Tage sp\u00e4ter ist sie nach Heyla abged\u00fcst. Sie hat mir nur einen Zettel hinterlassen: \u201eCarlos, ich brauche dringend einen Gedankenmeister. Ich wei\u00df nicht, ob und wann ich wiederkomme. Kah\u00b4Gelah aus dem Hause Boras.\u201c<br \/>\nErst wollte ich hinterher und sie zur\u00fcckholen. Aber dann habe ich es mir anders \u00fcberlegt: Heylanische Gedankenmeister sollen kreuzgef\u00e4hrlich sein und \u00fcberhaupt: eine ganze Welt voller pinselohriger gr\u00fcnbl\u00fctiger oberschlauer Supertelepathen? Nein danke!<br \/>\nEs war schon schwierig genug, Gellys Visionen unbemerkt aufzuschreiben, zu gl\u00e4tten, zu feilen und das Ergebnis heimlich zu meinem Verleger zu tragen. Glaubt mir, damals ist die H\u00e4lfte meiner Eink\u00fcnfte f\u00fcr Schnaps draufgegangen, aber es hat sich gelohnt. Ich kam eher zuf\u00e4llig dahinter: Schon ein mittlerer Rausch verzerrt die Gedankenmuster von uns Menschen so sehr, dass keine telepathische Spezies des Universums mehr was damit anfangen kann. Wir sind schwach und das verhilft uns ausnahmsweise zu einem Vorteil gegen\u00fcber gewissen Pinselohren und anderen nervt\u00f6tenden Besserwissern!<br \/>\nMeine weise katalanische Gro\u00dfmutter hatte recht: \u201eAlles im Leben ist zu irgendetwas gut. Man wei\u00df nur nicht gleich, wof\u00fcr.\u201c<br \/>\nF\u00fcr meine speziellen Probleme wusste sie leider keinen Rat. Ich werde n\u00e4mlich seit Jahren von Neidern als gemeiner Ideendieb denunziert! Die Kollegen sichern ihre Computer mit immer raffinierteren Passw\u00f6rtern, sind in meinem Beisein \u00e4u\u00dferst reserviert, begn\u00fcgen sich unter fadenscheinigen Vorw\u00e4nden mit Limonade &#8230; was f\u00fcr Geizkragen und Heuchler! Als wenn die nie irgendwas von anderen aufgeschnappt und verwurstet h\u00e4tten! Schleimbolzen, hinterh\u00e4ltige! Ich bin einsam, mir f\u00e4llt seit Monaten nichts mehr ein und in elf Tagen soll ich mein Manuskript abgeben! Vertrag ist Vertrag, sagt der alte Gabin immer. Das schaffe ich nie! Und dann bin ich weg vom Fenster. Wom\u00f6glich endg\u00fcltig.<br \/>\nIch h\u00f6re schon, wie sich meine Erzfeinde die M\u00e4uler zerrei\u00dfen: \u201eAh, der gro\u00dfe Carlos Mansilla ist in der Krise! Der kriegt sein Buch nicht fertig und das ausgerechnet, wenn seine Frau auf Heyla ist. Ist das nicht \u00e4u\u00dferst merkw\u00fcrdig?\u201c<br \/>\nGelly ist eine naive egoistische Kuh! Was bl\u00f6kt sie dauernd von geistigem Eigentum und \u00e4hnlichem Schwachsinn? Beim gro\u00dfen Apoll! Es gibt seit der Antike keine neuen Ideen mehr, nur noch das stilvolle Spiel mit vertrauten Mustern. Wir alle sammeln Eindr\u00fccke, biegen und schleifen sie ein bisschen &#8230; sind wir deshalb gleich Betr\u00fcger?<br \/>\nIch renne seit Stunden in meinem riesigen Arbeitszimmer auf und ab. Ich komme mir vor, wie eins dieser Zootiere &#8230; wie aufgezogen. Gott! Die Brusthaare quellen wie Grizzlyfell aus dem Ausschnitt meines goldfarbenen Xanthapischlafrocks, seine Sch\u00f6\u00dfe wedeln wie G\u00e4nsefl\u00fcgel und enth\u00fcllen schamlos mein bestes St\u00fcck. Ach! Wen schert das? Wen geht es was an, wenn ich mittags noch nicht gewaschen und angezogen bin! Ich sehe genau richtig aus: malerisch wie ein Poet im Sch\u00f6pfungsrausch &#8230; wie jemand, den die Musen in Ekstase versetzt haben. Pah! Seit wann gelten die Regeln des P\u00f6bels f\u00fcr ein Genie wie mich? Ich diene nur meiner heiligen Maschinerie zum Ernten, Ordnen und Verarbeiten von Eindr\u00fccken. Ich liebe ihr Zischen, Pfeifen und Rattern &#8230; wenn sie denn was zu Fressen hat.<br \/>\n\u201eEs kann eigentlich gar nicht sein, dass die kleine Gelly mir so viel bedeutet, dass ich ohne sie &#8230;\u201c Ich lasse den Satz unvollendet im Raum h\u00e4ngen und bleibe in Denkerpose neben meinem prestigetr\u00e4chtigen antiken Mahagonipult stehen. Es hat fr\u00fcher dem chilenischen Dichter Neruda geh\u00f6rt &#8230; zumindest hat das mein Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler behauptet. Ich aktiviere das auf der schr\u00e4gen Platte deplatziert wirkende Aufnahmeger\u00e4t.<br \/>\n\u201eMorgennebel\u201c, deklamiere ich und registriere nebenbei, wie versoffen meine Stimme klingt. \u201eGalaktischer Nebel, Parf\u00fcmnebel &#8230; Duftattacke der Walr\u00f6sser &#8230; Quatsch &#8230; Duftattacke der Seek\u00fche &#8230; \u00e4h Sirenen &#8230; ich &#8230; ich erliege dir, du gr\u00fcnbl\u00fctige &#8230; du staubige W\u00fcstenkuh, Worte malmende W\u00fcstenkuh, geizige W\u00fcstenkuh mit Z\u00e4hnen aus &#8230; und Euter. Ach Shit! Was f\u00fcr ein sinnloser M\u00fcll! Das ist ja mit Abstand die schlimmste Schreibblockade meines Lebens!\u201c<br \/>\nIch begreife nicht sofort, woher diese schrillen Wutschreie kommen, wieso mein sauteurer Rekorder mit voller Wucht an die Wand klatscht und zu meinem ma\u00dflosen Entsetzen kurzerhand in seine Einzelteile zerf\u00e4llt. \u201eAh! Ah! Du h\u00e4ssliches gr\u00fcnes Aas g\u00f6nnst mir rein gar nichts! Komm endlich nach Hause! Antworte auf meine Nachrichten! Monatelange Klausur in der W\u00fcste! Wo gibt es denn sowas? Du bist verheiratet! Mit mir!&#8220;<br \/>\nAls wenn so etwas auf eine kontrollierte, logikverliebte Heylanerin Eindruck machen w\u00fcrde! Und nun ist auch noch mein sch\u00f6ner Rekorder futsch! Na gut, klauben wir die Einzelteile vom Teppich, bevor die Putzfrau sich dar\u00fcber wundern kann. Vielleicht finde ich wider Erwarten jemanden der mir das billig repariert. Was mache ich aber, wenn mich gerade jetzt die Muse k\u00fcsst? Zu Stift und Papier greifen? Das Gekrakel kann doch hinterher niemand entziffern &#8230; nicht einmal ich selbst!<br \/>\nPl\u00f6tzlich \u00fcberkommt mich ein zwanghaftes Kichern: \u201eHihi! Das ist eine geniale Idee! Ich lasse Doc Morgan, eine Eilbotschaft nach Heyla schicken: \u201aSofort heimkommen! Der gro\u00dfe Carlos Mansilla liegt im Sterben.\u2018 Das klappt bestimmt! Meinem Lektor schmei\u00dfe ich bis dahin ein paar halbgare Brocken zu und sage ihm &#8230; ach was, der kann warten. Schlie\u00dflich bin ich ein gefeierter Hausautor.\u201c<br \/>\nIch befummele abwesend mein ber\u00fchmtes Stehpult, dann hole ich eine staubige Flasche aus dem Wandschrank und gie\u00dfe mir ein Glas Cognac ein. Ich brauche das Zeug ganz dringend, um mich zu beruhigen.<br \/>\n\u201eWenn Gelly kommt,\u201c erkl\u00e4re ich trotzig. \u201eWenn sie wieder da ist, sauge ich mir all ihren Hass und ihre Sehnsucht herunter &#8230; hei\u00dfe W\u00fcsten, spitze Felsen und \u2013 nicht zu vergessen \u2013 ihre typisch heylanische Geilheit. Sowas m\u00f6gen die Leute. Der Verlag wird&#8217;s liebend gern fressen. Ein gescheiter Kerl darf kein dummes Luder sein.\u201c Das ist auch ein beliebter Wahlspruch meiner Oma.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Die Albatros, ein schrottreifer Billigraumer der Standardroute Heyla\u00b4Thur \u2013 Paris-Orly, hat soeben die Plutobahn \u00fcberquert. In einer Stunde ist mein Frauchen bei mir. Vermutlich schl\u00e4ft sie gerade. Typisch Heylaner! Immer sch\u00f6n ruhig bleiben, alles griffbereit haben und keinen Moment zu fr\u00fch aufstehen! Die tun so \u00fcberlegen und organisiert! Das ist vielleicht widerlich! Aber hey! Ich habe endlich wieder mentalen Kontakt! Gelly pennt tats\u00e4chlich. Ich empfange ein diffuses Rauschen und dann &#8230; sie tr\u00e4umt. Hurra! Futter f\u00fcr meine organische Festplatte! Faszinierend! Wenn auch nicht gerade schmeichelhaft &#8230;<br \/>\nGelly besteht seltsamerweise nur aus riesigen Augen, haarigen Ohren, einer spitzen Nase, dem gr\u00fcnen Mund. Mehr sehe ich nicht. Ein vollst\u00e4ndiges Abbild von mir liegt splitternackt in malerischer Pose im Treppenhaus unserer Pariser Wohnung. Es schl\u00e4ft fest und sie glotzt es irgendwie hungrig an. Sicher bewundert sie meinen liebevoll getrimmten Waschbrettbauch und vor allem meinen pr\u00e4chtigen L\u00fcmmel. Pl\u00f6tzlich sp\u00fcren wir beide, dass sich schr\u00e4g hinter ihr etwas regt. Die Augen wirbeln hastig herum: Der Deckel des M\u00fcllschluckers hebt sich ganz langsam. Mehrere rosige, mit Saugn\u00e4pfen versehene Tentakel kriechen darunter hervor. Brrr! Was f\u00fcr ein ekliges Zeug! Gelly beobachtet mit krankhafter Neugier, wie die Fangarme sich witternd aufrichten und mit widerw\u00e4rtigen Schl\u00e4ngelbewegungen meinem reglosen K\u00f6rper n\u00e4hern. Als sie ihn ber\u00fchren, wacht mein anderes Ich schreiend auf und beginnt ungeschickt um sich zu schlagen. Es n\u00fctzt rein gar nichts. Innerhalb von Sekunden liegt da nur noch ein wohl verschn\u00fcrtes zuckendes B\u00fcndel. Als sich ein wurmf\u00f6rmiger, besonders dicker Fortsatz des Abfallmonsters energisch in seinen weit offenen Mund zw\u00e4ngt, wird es abrupt still. Mein allseits bekannter Charakterkopf f\u00e4rbt sich scheu\u00dflich violett, die glutvollen spanischen Augen h\u00e4ngen aus den H\u00f6hlen, sorgf\u00e4ltig manik\u00fcrte Finger greifen verzweifelt ins Leere &#8230; in wenigen Minuten ist es vorbei. Gelly schaut reglos zu, wie das Ungeheuer meine Leiche zum M\u00fcllschlucker schleift und mit verbl\u00fcffender Geschicklichkeit durch den Spalt zwischen Schacht und Deckel bugsiert. Endlich verschwindet der letzte rosige Saugnapf und die Abdeckung klappt mit einem lauten Knall herunter. S\u00e4mtliche Lampen im Korridor erl\u00f6schen. Oder &#8230; nur die frei schwebenden Augen sind weg! Da wabern im Halbdunkel noch ein Paar durchsichtige Pinselohren und eine spitze Nase. Ich h\u00f6re den Wind leise heulen und ich rieche &#8230; etwas Fremdes, Herbes &#8230; ein heylanischer Mann? Das fehlt mir gerade noch!<\/p>\n<p class=\"einzug\">Da kommen ja endlich die Shuttles von der Albatros! Ich wedele pflichtgem\u00e4\u00df mit einem riesigen Begr\u00fc\u00dfungsstrau\u00df, versuche mein kleines Frauchen z\u00e4rtlich zu k\u00fcssen.<br \/>\n\u201eDu hast mich belogen!&#8220; faucht Gelly erbost. \u201eDu bist gar nicht krank.&#8220;<br \/>\n\u201eIch bekenne mich schuldig&#8220;, s\u00e4usele ich so gef\u00fchlsduselig wie m\u00f6glich. \u201eDie Sehnsucht nach dir hat mich \u00fcberw\u00e4ltigt.&#8220;<br \/>\nGelly verzieht ver\u00e4chtlich den gr\u00fcnen Mund. \u201eLass das billige Geschwafel! Ich wei\u00df doch, wann du dein Manuskript abgeben musst.\u201c<br \/>\n\u201eAch du! Kleine! Denkst du immer noch, dass ich dich beraubt habe? Es ist doch ganz normal, dass Eheleute alles miteinander teilen! Meinetwegen kannst du auch einige ganz tolle Ideen von mir haben und &#8230;\u201c Ich taste vorsichtig nach ihren Gedanken aber da ist nichts! Nur eine glatt polierte Wand aus schwarzen Steinquadern und ein wolkenloser Himmel dar\u00fcber. \u201eWas &#8230; was zum Teufel ist das? Was hast du mir angetan? Gelly!\u201c<br \/>\n\u201eNenn mich nie wieder mit diesem albernen Kosenamen!\u201c antwortet sie steif. \u201eIch bin nicht mehr deine kleine Gelly und vor allem nicht dein Selbstbedienungsladen.\u201c<br \/>\nPl\u00f6tzlich ist mir spei\u00fcbel vor Wut und Hass. \u201eDu!\u201c zische ich eiskalt. \u201eWas meinst du, warum ich dich geheiratet habe? Wegen deiner glitschigen gr\u00fcnen Zunge etwa?\u201c<br \/>\n\u201eSchade, dass du nicht wirklich im M\u00fcll gelandet bist!\u201c kontert sie spitz.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ich hocke im \u201aGoldenen Affen\u2018 vor einem Teller ged\u00fcnsteter Muscheln und verfluche halblaut den heylanischen Scharlatan, der meiner Frau geholfen hat, mich auszusperren. \u201eSowas m\u00fcsste glatt verboten werden! Der Mistkerl mischt sich in meine Ehe ein, hetzt meine Gelly auf und jagt mich in den Ruin! Wer soll jetzt die Familie ern\u00e4hren? Diese gr\u00fcnbl\u00fctige W\u00fcstenkuh etwa? Die bringt doch rein gar nichts zustande. Soviel zur begnadeten Lyrikerin!\u201c<br \/>\nEin schrilles Auflachen in meinem Geist sorgt daf\u00fcr, dass mir die Gabel aus der Hand rutscht und klirrend auf den Teller f\u00e4llt. Erst jetzt merke ich, dass mich s\u00e4mtliche Kellner und G\u00e4ste irritiert anstarren. Sogar der speckige Koch schiebt seinen Kopf neugierig aus der Durchreiche. Einen Moment bin ich so durcheinander, dass ich die Wut meiner Frau problemlos verstehen kann. Wenn jemand wagen w\u00fcrde, mir sowas anzutun &#8230;<br \/>\n\u201eGib es auf\u201c, antwortet eine giftige mentale Stimme auf meine Gedanken. \u201eDu bist nur ein erb\u00e4rmlicher Gedankendieb! Du hast noch nie in deinem Leben etwas Eigenes geschaffen. Du wei\u00dft gar nicht, wie man das macht.\u201c<br \/>\nDie hinterh\u00e4ltige W\u00fcstenhexe kann weiter in meinem Sch\u00e4del herumstochern und ich stehe wie der allerletzte Trottel vor ihrer beknackten Wand! Die weidet sich an meinen vergeblichen Schreibversuchen! Das ist so dem\u00fctigend! Zum Gl\u00fcck ist es einfach die Schnecke loszuwerden: \u201eKellner! Bitte einen doppelten Cognac!\u201c<br \/>\nWenig sp\u00e4ter sind meine Gedanken weich und breiig, beruhigend langsam und mit einem diffusen Rauschen verquirlt. Die mentale Pr\u00e4senz meiner Frau ist spurlos verschwunden, was mich mit irrationalem Triumph erf\u00fcllt. Pl\u00f6tzlich \u00fcberl\u00e4uft es mich siedendhei\u00df. \u201eVer &#8230; verdammt. Ich mmmmuss &#8230; ich komme zu sp\u00e4t &#8230; Maurice wartet. Kkkellner! Einen Mmmokka bbbitte!\u201c<br \/>\nAls ich das Verlagsgeb\u00e4ude betrete, ist mein Verstand zwar immer noch isoliert, dickfl\u00fcssig und tr\u00e4ge, aber das Koffein hilft mir, meinen desolaten Zustand halbwegs zu verbergen. \u201eWie erkl\u00e4re ich, weshalb ich in einem ganzen Jahr nur ein einziges Gedicht geschrieben habe? Gott! Wenn ich mich verquatsche!\u201c Nat\u00fcrlich siegt der Alkohol \u00fcber das Koffein und ich verplappere mich tats\u00e4chlich.<br \/>\n\u201eHabe ich Sie richtig verstanden?\u201c fragt der Lektor Maurice Seurat au\u00dfer sich. \u201eWeltstaub stammt in Wirklichkeit von Ihrer Frau?\u201c<br \/>\n\u201eDas stimmt doch gar nicht!\u201c protestiere ich zutiefst gekr\u00e4nkt. \u201eIch habe nur ein paar Gedankenfetzen von ihr verarbeitet. Ich musste alles noch in die richtige Form biegen, schleifen, polieren &#8230; ich habe wochenlang Synonymw\u00f6rterb\u00fccher und Datenbanken gew\u00e4lzt. Ich habe wie ein Vieh gerackert! Weltstaub ist mein Buch!\u201c<br \/>\n\u201eIhre Frau war eine viel versprechende Deb\u00fctantin. Meinen Sie nicht, dass sie das auch selbst hingekriegt h\u00e4tte? Und wom\u00f6glich besser als Sie &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eIch &#8230; \u00e4h &#8230;\u201c<br \/>\nDer Lektor be\u00e4ugt mich wie ein seltenes, besonders unappetitliches Insekt. \u201eIch habe schon fr\u00fcher Ger\u00fcchte \u00fcber Sie geh\u00f6rt, b\u00f6se Ger\u00fcchte von Aufnahmeger\u00e4ten bei Saufgelagen mit jungen Autoren. Und dass Sie einen Hacker daf\u00fcr bezahlen, dass er die Computer der Konkurrenz anzapft. Ich habe das alles nie geglaubt. Aber nun, wo Sie es selbst zugeben &#8230; die sauberste L\u00f6sung w\u00e4re, sofort die Staatsanwaltschaft und die \u00d6ffentlichkeit zu informieren aber das darf ich nicht allein entscheiden.\u201c<br \/>\n\u201eDer alte Gabin?\u201c frage ich alarmiert.<br \/>\n\u201eJa, warten Sie bitte!\u201c Damit rennt Seurat wie gehetzt aus seinem B\u00fcro. Er ist froh, dass er das Problem los ist.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Der bullige Chef des Hauses ist ein ber\u00fcchtigter Choleriker, der weder auf subtile Befindlichkeiten noch auf den Narzissmus seiner Autoren R\u00fccksicht nimmt. Wenn er richtig in Wut ger\u00e4t, f\u00e4rbt sich sein Gesicht karminrot, er h\u00e4mmert wie ein Irrer mit den F\u00e4usten auf den Schreibtisch und es kann sogar passieren, dass Datentr\u00e4ger, Belegexemplare und kleine Blument\u00f6pfe haarscharf am Ohr des Delinquenten vorbeisausen, gegen die Wand krachen und st\u00fcckweise zu Boden fallen. Okay, manchmal trifft er aus Versehen auch etwas anderes als die Wand. Nat\u00fcrlich beschwert sich niemand. Schlie\u00dflich hat der Verlag einen sehr guten Ruf und die Honorare liegen weit \u00fcber dem Durchschnitt.<br \/>\n\u201eSie d\u00e4mlicher Klaubruder!\u201c br\u00fcllt Gabin, als ich mich wie eine Natter in sein B\u00fcro schl\u00e4ngele. \u201eSowas hat mir gerade noch gefehlt! Ein M\u00f6chtegernpoet, der mir massenweise Urheberrechtsprozesse einbrockt! Ein Niemand mit einem Ego, das so fett wie der Mount Everest ist! Warum sind Sie eigentlich nicht Politiker geworden? Aber nein! Sie versteifen sich ausgerechnet auf etwas, wof\u00fcr Sie null Talent haben! Was fange ich jetzt mit Ihnen an? Wissen Sie \u00fcberhaupt, was mich der ganze Unfug kosten kann?\u201c<br \/>\n\u201eNnein &#8230;\u201c Jetzt hei\u00dft es Demut heucheln. \u201eIch &#8230; ich habe Ihnen nie \u00c4rger gemacht &#8230;\u201c<br \/>\nGabins Trommelsolo verstummt abrupt. Er sieht mich scheel aus blutunterlaufenen Augen an. \u201eDas stimmt\u201c, best\u00e4tigt er unerwartet ruhig. \u201eSie haben immer p\u00fcnktlich geliefert und niemand konnte Ihnen je etwas nachweisen. Glauben Sie, dass ihre Frau vor Gericht gehen wird? Hat sie \u00fcberhaupt Beweise in der Hand?\u201c<br \/>\n\u201eNein, nur ein heylanischer Gedankenmeister k\u00f6nnte eventuell &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eDas hei\u00dft, dass wir Weltstaub gar nicht vom Markt nehmen m\u00fcssen und wahrscheinlich k\u00f6nnen wir sogar Ihr n\u00e4chstes Buch &#8230; die Vorank\u00fcndigung ist l\u00e4ngst raus, da w\u00e4re es verdammt blamabel &#8230; nein, ein R\u00fcckzug kommt nicht in Frage.\u201c<br \/>\nAuf einmal ist der gef\u00fcrchtete Gabin nur noch ein k\u00fchl rechnender Gesch\u00e4ftsmann. Ich habe inzwischen den Verdacht, dass die meisten seiner Wutausbr\u00fcche wohl kalkulierter Theaterdonner sind. Der hat es n\u00f6tig, den Moralapostel zu spielen! Am besten lasse ich ihn sp\u00fcren, dass ich ihn durchschaut habe.<br \/>\n\u201eGelly kann nicht ewig mit einer Mauer im Kopf herumlaufen\u201c, erkl\u00e4re ich entspannt. \u201eSie ist jung und unerfahren. Bestimmt l\u00e4sst sie sich wieder von mir einwickeln. Jede Frau liebt S\u00fc\u00dfholz und wenn ich noch ein bisschen Hand anlege &#8230; Monsieur Gabin! Geben Sie mir ein wenig Zeit und Sie kriegen Ihr Manuskript. Gro\u00dfes Ehrenwort!\u201c<br \/>\nDer Mann hinter dem Schreibtisch fixiert mich kalt. Wahrscheinlich missf\u00e4llt ihm mein famili\u00e4rer Ton. \u201eBehalten Sie Ihre Sauereien f\u00fcr sich!\u201c, poltert er. \u201eIch brauche nur eine klare Zusage und einen verbindlichen Liefertermin. Wenn Sie das nicht hinkriegen, k\u00f6nnen Sie sich gleich einen neuen Verlag suchen.\u201c<br \/>\n\u201eAber wie soll ich &#8230;\u201c protestiere ich erschrocken. Ich habe den Choleriker untersch\u00e4tzt: Der ist ja noch gef\u00e4hrlicher, wenn er nicht w\u00fctend ist!<br \/>\n\u201eMansilla, Sie waren doch bisher ziemlich clever! Ich habe geh\u00f6rt, dass manche Heylaner Drogen nehmen, um ihre famosen Gedankenmeister vergessen und beim Sex ordentlich die Sau herauslassen zu k\u00f6nnen. Bestimmt hilft das auch gegen diese Mauer. Vielleicht wei\u00df Ihr Hausarzt N\u00e4heres.&#8220;<br \/>\n\u201eSie meinen, der kann mir das Zeug besorgen?\u201c<br \/>\n\u201eIch meine gar nichts\u201c, kontert Gabin staubtrocken. \u201eIch will Ihr Manuskript in acht Wochen auf dem Tisch haben. Wie Sie das anstellen, ist Ihre Sache.\u201c<br \/>\n\u201eWenn ich mich wieder voll dr\u00f6hne, bis &#8230; Doc Morgan kann das Pr\u00e4parat vermutlich problemlos bestellen &#8230;&#8220; \u00fcberlege ich. \u201eGelly wird nicht mitkriegen, was ich plane und wenn die Schei\u00dfmauer erst weg ist, nehme ich alles, was ich kriegen kann. Das reicht f\u00fcr mehr als ein Buch! Und falls die Kuh auf die bescheuerte Idee kommt, unsere Bindung trennen zu lassen? Dazu braucht sie einen heylanischen Mentaltechniker und obendrein den Segen ihrer Clanmutter &#8230; das wagt sie nie.&#8220;<br \/>\nLaut sage ich zu dem alten Berserker: \u201eEinverstanden! Ich halte den Termin.&#8220;<br \/>\n\u201eGabin knallt eine eckige Whiskyflasche und zwei Gl\u00e4ser auf den Tisch und l\u00e4chelt d\u00fcnn. \u201eAuf weitere gute Zusammenarbeit, Mansilla!\u201c<br \/>\n\u201eAuf gute Zusammenarbeit, Monsieur Gabin!\u201c Die Grobheit des Chefs schmeckt wie bittere Medizin &#8230; aber was solls?<\/p>\n<p class=\"einzug\">Meine Gelly lehnt wie ein Schluck Wasser am offenen Fenster, schaut hinauf zu dem vollen Mond \u00fcber dem funkelnden Lichtermeer und atmet schwer. Sie sieht aus, als w\u00e4re ihr meine pr\u00e4parierte Paella nicht bekommen. Das ist gar nicht gut! Ich muss sie ablenken, tr\u00f6sten &#8230; und vor allem inspirieren.<br \/>\nIch schleiche mich lautlos von hinten an. \u201eDer Fr\u00fchling und die Stadt der Liebe &#8230;\u201c wispere ich verf\u00fchrerisch. \u201eEin Silbermond spiegelt sich in der Seine. Ist das nicht romantisch? Wollen wir einen Spaziergang machen?\u201c<br \/>\n\u201eNein\u201c, antwortet Gelly und wischt einfach meine H\u00e4nde von ihren Br\u00fcsten. \u201eIch gehe ins Bett. Deine Paella &#8230; vermutlich war der Tintenfisch schon zu lange tot. Und dein s\u00fc\u00dfliches After shave macht alles noch schlimmer.\u201c<br \/>\n\u201eDu Arme! Ich komme nat\u00fcrlich mit.\u201c Jetzt gestattet Gelly, dass ich sie streichele und sanft ins Schlafzimmer bugsiere. \u201eBrauchst du einen Arzt?\u201c frage ich besorgt.<br \/>\n\u201eNein. Bring mir einen Eimer!\u201c<br \/>\n\u201eJa klar!\u201c<br \/>\n\u201eSowas schlucken die Heylaner freiwillig?&#8220; sinniere ich, w\u00e4hrend ich mechanisch die Hand meiner schlafenden Frau streichele. Ihr Erbrochenes riecht eigenartig. Pl\u00f6tzlich ekele ich mich vor ihren blassgr\u00fcnen Lippen und Brustwarzen, den weichen Haarb\u00fcscheln an den spitz zulaufenden Ohren &#8230; und ihr K\u00f6rpergeruch &#8230; nun ja, anfangs fand ich Gellys Interesse echt schmeichelhaft aber &#8230; sie war verr\u00fcckt nach alter spanischer Lyrik, vor allem der von Federico Garc\u00eda Lorca und da ich auch ein spanischer Poet bin &#8230; und selbstredend war sie wie alle jungen M\u00e4dchen von meinem weltm\u00e4nnischen Charme hingerissen &#8230; und nat\u00fcrlich auch von meinem strahlenden Ruhm.<br \/>\nGanz am Anfang haben wir wie Zwillinge alles geteilt: Eindr\u00fccke, Gedanken, Visionen, Tr\u00e4ume. Noch nie bin ich so leicht an gutes Rohmaterial gekommen!\u00a0 Wir hatten zusammen eine wundersch\u00f6ne Zeit! Und nun? Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass die kleine Gelly so kalt und egoistisch sein kann! Warum schenkt sie mir ihre Einf\u00e4lle nicht? Das w\u00e4re ein Liebesbeweis! Statt dessen &#8230; Gabin und Doc Morgan sind Vollidioten! Seit die Bindung weg ist, komme ich gar nicht mehr bei ihr rein. Ich darf nur die Kotze wegschaffen.&#8220; Pl\u00f6tzlich entdecke ich in dem stinkenden Brei bl\u00e4uliche Schlieren. \u201eDas P\u00fclverchen &#8230; sie hat nur einen Bruchteil der Dosis verdaut. Unsere Bindung ist wom\u00f6glich nur geschw\u00e4cht und wenn ich &#8230;&#8220;<br \/>\nKurz entschlossen nehme ich den Kopf meiner Frau in beide H\u00e4nde, konzentriere mich wie nie zuvor in meinem Leben: Gelly tr\u00e4umt von Heyla. Die endlose W\u00fcste flimmert unter einer riesigen blauen Sonne. Hoch am gr\u00fcnen Himmel kreisen zwei durchsichtige V\u00f6gel. Ich h\u00f6re sie laut schreien. Ab und zu blitzen ihre gl\u00e4nzenden Schwingen im schr\u00e4gen Nachmittagslicht auf. Pl\u00f6tzlich erscheint aus dem Nichts ein gro\u00dfer schwarzer Mann in einem seidigen wei\u00dfen Mantel. Ein Heylaner, der so stark und makellos aussieht, dass mir der blanke Sexualneid wie ein Schwall \u00e4tzender S\u00e4ure in die Kehle schie\u00dft. Ich erkenne seinen Geruch sofort. Das ist bestimmt mein Intimfeind! Der Gedankenmeister, bei dem sie das ganze Jahr &#8230;<br \/>\n\u201eKah\u00b4Gelah! Wach auf!\u201c Die Stimme des Unbekannten klingt k\u00fchl und dunkel zugleich. \u201eEin Dieb hat soeben die Mauer \u00fcberwunden!\u201c<\/p>\n<p class=\"einzug\">Kah\u00b4Gelahs riesige weit offene Augen gl\u00fchen unheimlich. Ich f\u00fchle mich wie die sprichw\u00f6rtliche Maus vor der Schlange, \u00fcberlege hektisch, wie viel sie mir im Ernstfall nachweisen k\u00f6nnte und dann &#8230;<br \/>\nDie Mauer ist wieder da, abweisender und h\u00f6her als vorher. J\u00e4h z\u00fcngeln auf ihrer Krone glei\u00dfend blaue Elmsfeuer. Glutfetzen l\u00f6sen sich und schie\u00dfen auf mich zu. Ich kann die heylanischen Hexe nicht mehr sehen, aber ich wei\u00df, dass ihre hei\u00dfe Wut &#8230; wie konnte ich nur mit so einer Furie ins Bett kriechen?<br \/>\nWinzige blaue Dolche bahnen sich einen Weg durch mein empfindliches Fleisch, arbeiten sich qu\u00e4lend langsam in meinem Hals empor &#8230; beginnen, in meinem Kopf zu einer schrillen Musik zu tanzen. Als Letztes sp\u00fcre ich, wie sie meine heilige Maschine zum Sammeln und Verarbeiten von Eindr\u00fccken zerkratzen, zerbeulen, kaputtschneiden &#8230; jetzt ist sie nur noch Schrott. Dann zerbr\u00f6selt die Welt &#8230; Angst, Schmerz, Verlust &#8230; ein wattiger Nebel aus ged\u00e4mpften Schreien &#8230; und &#8230; nichts mehr &#8230; gar nichts.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ich &#8230; ich &#8230; ich &#8230; alles ist weich und hell &#8230; mein feiner rosa Anzug &#8230; der Gummibund der Hose &#8230; da, ein rundes Fenster &#8230; dahinter Augen &#8230; gro\u00dfe b\u00f6se Augen starren mich an! Kalte Augen &#8230; ich &#8230; Angst! Ich will sie weg &#8230; krieche zur weichen Wand &#8230; verstecke mein Gesicht &#8230;<br \/>\nPl\u00f6tzlich piept und rattert etwas in meinem Kopf &#8230; ein seltsames zerbeultes rostiges Ding. Es frisst das Licht, die Polster, das Bullauge mit den b\u00f6sen Hexenaugen &#8230; die klebrige Landschaft unter meiner rosa Hose und ihren interessanten Geruch &#8230; dann kreischt es und spuckt alles wieder aus &#8230; wie ich Mamis Spinatbrei.<br \/>\nIch muss oben und unten weinen, weil mein Spielzeug kaputt ist &#8230; ganz lange weinen &#8230; ich bin &#8230; mein rosa Anzug ist \u00fcberall nass und &#8230; da ist ein Lied &#8230; ich singe es begeistert mit: \u201eRingel Ringel Reihen! Wir sind der Kinder Dreien. Wir sitzen unterm Hollerbusch und rufen alle husch husch husch &#8230;\u201c<br \/>\nIch &#8230; keine Angst mehr &#8230; muss h\u00fcpfen und laut schreien: \u201eHihihi! Carlito ist gro\u00df! Carlito hat ein Lied erfunden! Hihihi! Carlito ist ein gro\u00dfer Liedererfinder!\u201c<br \/>\nEndlich sind die Hexenaugen hinter dem runden Fenster fort. Ich bin allein und sehr nass. \u201e\u00c4\u00e4\u00e4\u00e4h! Mami! Mami! Ich friere! \u00c4\u00e4\u00e4\u00e4h!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(SF-Kurzgeschichte, 2006) Es soll tats\u00e4chlich Banausen geben, die noch nie was von Carlos Mansilla geh\u00f6rt haben! Ich wei\u00df nicht, wie die das schaffen, denn mich kann man praktisch \u00fcberall und in allen gro\u00dfen Sprachen des Quadranten lesen. Es vergeht keine Woche, wo ich nicht zu Vortr\u00e4gen und Talkshows eingeladen werde. 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