Erste Leseproben aus Band 2

Hier kommen die ersten Leseproben des 2. Bandes von die Sprache des Roten Sektors“:
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Band II: „Heute geben wir nicht auf“

Kapitel I: Ein Schiff wird kommen

„Vielleicht gar nicht Apparat sein defekt“, murmelt meine Frau zerstreut. „Vielleicht auch nur Störung im Kabelnetz.“
„Dein Wort in Gottes Ohr“, brumme ich und drücke wie wild die Knöpfe der Fernbedienung.
Plötzlich huschen merkwürdige Zeichen über den Bildschirm und man sieht eine fremdartige Landschaft: eine riesige langweilige Stadt aus sechseckigen Gebäuden unter einer übergroßen karminroten Sonne.
Dann erklärt eine klare helle Frauenstimme in makellosem Deutsch: „Achtung dies ist eine Übertragung aus dem Datennetz der Liga friedlicher Welten. Wir rufen die Bewohner des Planeten Erde. Unser neu gewähltes Parlament hat sich zur terranischen Frage positioniert. Die weißen Raumkreuzer HEYLA´THUR und MIRISSAH sind unterwegs zu euch. Sie kommen in Frieden und haben Diplomaten und Hilfsgüter an Bord. Bereitet euch auf ihren Empfang vor. Ich wiederhole: Bereitet euch gut auf den Empfang unserer Abgesandten von der HEYLA´THUR und der MIRISSAH vor! Seid vorsichtig, wenn andere Raumschiffe in eurem Orbit auftauchen. Das könnten Feinde der Liga und der Erde sein. Vertraut nur der HEYLA´THUR und der MIRISSAH! Nur sie kommen in Frieden!“

(Der Arzt Bogdan Michailow sieht fern)

 

Was ich gar nicht verstehen kann, ist, wieso einige der Aliens ihre Kuscheltiere von der Erde mitgebracht haben. Ein kleiner bunt gescheckter Köter, eine aufgeplusterte weiße Birmakatze und zwei gefährlich aussehende graue Wölfe bewegen sich unaufhörlich zwischen unseren zukünftigen Herren. Sollen die uns etwa auch demnächst regieren? Das ist lächerlich … obwohl … jetzt fällt mir ein, dass die Tiere auch Avatare sein könnten und der Hund kommt mir bei näherer Betrachtung sogar bekannt vor. Dennoch, wenn die uns regieren wollen, sollten sie sich wenigstens optisch anpassen, oder ist das zu viel verlangt?

(Die neue Regierung stellt sich vor)

 

Okay, ich menschlicher Vogel bin inzwischen bereit, den unverdaulichen Happen einer völlig neuen Lebensweise zu schlucken. Sollen sie uns ruhig eingemeinden und umkrempeln. Schlimmer als das sogenannte sozialistische Lager kann es auch nicht werden.
Wenn es nur keinen Krieg gibt! Ich habe Angst um meine Familie.

(Bogdan resigniert)

 

Die Insektoiden sind mir immer noch verdammt unheimlich. Ja, man kann mit ihnen reden – aber wie verarbeiten sie, was sie sehen und hören? Was für Schlussfolgerungen ziehen sie daraus? Woran glauben sie und wen lieben sie? Was bedeuten ihnen Schmerz und Tod? Ich muss das wissen, sonst werde ich irgendwann wahnsinnig vor Angst.

(und hat Angst vor manchen Aliens)

 

© Anneliese und Adriana Wipperling

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