Es ist jetzt über zwanzig Jahre her, dass mir eine gute Freundin – eine deutsche Lakotamedizinfrau – meinen wahren Namen gab: Mini Tanka Win … die große Wasserfrau. Ich stelle mir vor, dass meine Namensgeberin ein Herz aus Regen und Hände aus Wind hat, mit denen sie schwere dunkle Wolken vor sich hertreibt und dafür sorgt, dass alle Lebewesen auf Erden trinken und leben können. Habe ich womöglich deswegen mein ganzes Berufsleben im Bahn-Umwelt-Zentrum verbracht? Wer weiß …
Ich verabscheue halb tote Blumen in Vasen. Mir gefällt es viel besser, wenn sie sich draußen im Freien in einer sanften Brise wiegen, Hummeln und Schmetterlingen Nahrung schenken.
Ich sammle ehrfürchtig die Federn auf, die mir die Greifvögel des Tages und der Nacht freigiebig schenken.
Ich werde nie begreifen, wie man aus bloßer Langeweile Blätter von Sträuchern reißen und Grashalme ausrupfen kann. Pilze, die ich nicht kenne, lasse ich stehen. Sie sind schön und nützlich, auch wenn sie nicht für mich bestimmt sind.
Ich ärgere mich darüber, dass viele Leute Regenwetter nicht mögen. Was soll an wochenlangem Dauersonnenschein gut sein? Sehen sie denn nicht, wie gelb und dürr alles wird? Hören sie die durstigen Bäume nicht klagen?

Unerwartet standen eines Abends ein paar merkwürdige, in weiße Mäntel gehüllte Aliens vor meiner Tür und entführten mich auf ihren Heimatplaneten Heyla, eine von einer Sonneneruption verbrannte Wüstenwelt, wo es nur zwei kleine salzige Binnenmeere gibt und flüsternde unterheylanische Quellen.
Für eine Wasserfrau ist es eine Herausforderung, die Geschichten der Wüstenkrieger aufzuschreiben, ihre Lieder zu singen und die Schönheit der kargen Weite unter einer gefährlichen blauen Sonne zu verstehen …

Seid willkommen, ihr neugierigen Weltenbummler und inspirierenden Weggefährten. Tretet ein in mein Universum!